Einführung von Personalbemessungsinstrumenten insbesondere in der Altenpflege überfällig

10.03.2017, Mainz

Bundesgesetzgeber muss Rahmenbedingungen für Pflegende endlich nachhaltig verbessern

Einführung von Personalbemessungsinstrumenten insbesondere in der Altenpflege überfällig

Am gestrigen Donnerstag, 09. März 2017 hat der Deutsche Bundestag mehrheitlich  Anträge der Fraktionen von „Die Linke.“ und „Bündnis90/Die Grünen“ abgelehnt beziehungsweise in den zuständigen Ausschuss  verwiesen, deren Intention  unter anderem war,  mehr qualifizierte Pflegekräfte sowie eine gesetzliche Regelung  für die Personalbemessung in der ambulanten Pflege zu beschließen. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Initiativen der Bundesregierung, die nicht nachhaltig zu verbesserten Rahmenbedingungen führen, bedauert der Präsident der rheinland-pfälzischen Landespflegekammer, Dr. Markus Mai, diese Entscheidung.

„Der Bundestag muss endlich dazu kommen, die Rahmenbedingungen für Pflegende zu verbessern. Einzelne, gut gemeinte  Reparaturmaßnahmen wie mit den Pflegestärkungsgesetzen erlebt, helfen nicht mehr weiter. Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, um Pflege zukunftsfit zu machen“, betont Mai.

In allen Bereichen der Pflege, vor allem aber auch in der Altenpflege, müssen wissenschaftlich fundierte Personalbemessungsinstrumente verpflichtend eingeführt werden, auf deren Grundlage ebenfalls gesetzlich verpflichtende Personalstandards zu etablieren sind.  In den letzten Jahren sind die Fallzahlen in den Krankenhäusern angestiegen, während gleichzeitig die Beschäftigungszahlen von beruflich Pflegenden zurückgegangen sind. In den Altenheimen wird die Einhaltung der Mindeststandards nicht mehr flächendeckend gewährleistet und der Bereich der ambulanten Pflege steht ebenfalls unter gewaltigem Druck. „Wir wollen uns wieder um die Pflegebedürftigen kümmern können und die Zeit für das so wichtige pflegerische Handeln, gerade auch für notwendige Prävention, haben“, erläutert der Kammerpräsident.

„Eine qualitativ hochwertige und genaue Personalbemessung in allen Bereichen, in denen Pflege stattfindet ist überfällig, um fach- und sachgerechte Pflege in Rheinland-Pfalz, und natürlich bundesweit, sicherzustellen. Diese muss zwingend gesetzlich verankert sein und sich auf Personalstärke und Qualifikation beziehen. Grundlage müssen die Qualitätsnormen sein, die für unseren Beruf gelten“, appelliert Mai.

Politische Spielchen, die zu Lasten der Pflegenden gingen, müssten dringend der Vergangenheit angehören. Auch im Jahr einer Bundestagswahl sei das Thema zu ernst und die Situation der Pflegenden zu angespannt, um Schaufensterdebatten im Parlament auszutragen.

„2017 muss das Jahrzehnt der Pflege beginnen! In diesem Zeitraum müssen wir das Pflegesystem so nachhaltig verändern, dass es zukunftsfit gemacht wird. Die Problemlage in der Pflege ist derart groß und derart komplex, dass Anstrengungen aller Entscheidungsträger im Gesundheitswesen, das heißt  von Politik, Kostenträgern und Leistungserbringern, von Nöten sein müssen. Reine Absichtserklärungen helfen nicht mehr weiter“, so Mai. Die Landespflegekammer werde sich vor und nach der Bundestagswahl mit entsprechenden Initiativen einbringen.

 

 

 

 

 

 

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