09.11.2017, Mainz

Wolf im Schafspelz für die Pflege

Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel kommt in seinen jüngsten Äußerungen als Sprecher für die Pflege daher – verfolgt jedoch eindeutig Arbeitgeberinteressen und treibt eine Spaltung der Pflegeberufe voran


„Die jüngste Behauptung Rüddels, die Altenpflege spiele bei der Pflegekammer eine untergeordnete Rolle, verwundert und irritiert mich sehr“, kommentiert Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer. „Jeder der das Engagement der Landespflegekammer um die Generalistik verfolgt hat, sieht sofort welch hohen Stellenwert der Bereich der Altenpflege bei uns hat. Wer hier eine Herabstufung der Altenpflege sehen will, dem muss man schon mangelnde Sachkenntnis oder gar bösen Willen unterstellen. Es gehörte seit jeher zu unseren kritischen Positionen, dass vor allem die besonders großen privaten Arbeitgeber der Altenpflege dem System dringend gebrauchte Mittel durch unnötig hohe Gewinne entziehen und somit die Personalsituation weiter verschärfen.“


Erwin Rüddel zeigte bislang ein starkes Interesse für Pflegearbeitgeberpositionen


„Es ist schade, dass selbsternannte Pflegepolitiker eine Spaltung der Pflegeberufe vorantreiben und dies als Weiterentwicklung verkaufen. Sich vor den Karren des Arbeitgeberverbandes Pflege spannen zu lassen, bringt die Pflege leider nicht weiter!“, betont Mai.

Auch die Aussage, dass die Altenpflege kein Mitspracherecht in der Pflegekammer habe, stimme so nicht. „Rund 20% der Mitglieder der Landespflegekammer sind in der Altenhilfe beschäftigt“, betont Mai und ergänzt, dass alle Kammerorgane demokratisch gewählt werden. „Jedes Mitglied kann sich einbringen, mitmachen und so die Kammerarbeit mitgestalten. Eine Spaltung der einzelnen Professionen oder sogar die Spaltung der Berufsgruppe werde es mit der Pflegekammer nicht geben“, so Mai abschließend.

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