Pflege als Heilberuf

Pflege hat viele Facetten

Die Vielfalt der Pflege

Die Pflege hat viele Facetten. Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick verschaffen, welche Möglichkeiten sich beruflich Pflegenden bieten. Denn Pflege findet überall statt. In den verschiedenen Pflegesettings, in der Pädagogik, in der Wissenschaft und sogar im Büro.

Pflegenden stehen alle Karrierewege offen. Wie wäre es mit einer spezialisierenden Weiterbildung, einem berufsbegleitendem Studium oder vielleicht doch lieber der Selbstständigkeit? Sie haben die Wahl!

Akutpflege

Die Akutpflege findet im Krankenhaus statt und umfasst die Versorgung aller Altersgruppen. Ein Kennzeichen der Akutpflege ist die enge Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft. Neben der pflegerischen Versorgung stellt vor allem die Unterstützung bei der medizinischen Versorgung den Schwerpunkt der Arbeit dar.

Stationäre Langzeitpflege

Mit stationärer Langzeitpflege wird die Versorgung von meist älteren Menschen in Altenheimen und Einrichtungen des betreuten Wohnens beschrieben. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Pflege und die soziale Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner. Die steigende Zahl an dementiell erkrankten Menschen macht dieses Setting besonders anspruchsvoll und erfordert ein hohes Maß an Empathie. Die medizinische Versorgung nach Anordnung durch Ärzte stellt einen weiteren Schwerpunkt dar.

Ambulante Pflege

Ambulante Pflegedienste besuchen Menschen mit Pflege- und Versorgungsbedarf zu Hause in ihren Wohnungen. Die Besonderheit der ambulanten Pflege liegt vor allem in der weitgehend eigenständigen Versorgung der Menschen durch die Pflegefachpersonen.

Pflege von Menschen mit Behinderungen

Pflege von Menschen mit Behinderungen findet durch Pflegefachpersonen sowohl in stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen als auch in der eigenen Wohnung der Menschen statt. Sie umfasst alle Altersgruppen und ist geprägt von einer engen Zusammenarbeit mit anderen Professionen wie HeilerziehungspflegerInnen oder SozialarbeiterInnen.

Pädiatrische Pflege

Als pädiatrische Pflege wird die Pflege und Versorgung von Kindern sowohl im Krankenhaus, bei den Familien zuhause oder in stationären Einrichtungen bezeichnet. Kinder haben ganz besondere Bedürfnisse und erfordern viel Empathie und pflegefachlich-pädagogisches Wissen. Pflegende in der pädiatrischen Versorgung benötigen aus diesem Grund eine fachliche Spezialisierung.

Psychiatrische Pflege

Psychiatrische Pflege findet in allen Settings statt (Akut, Langzeitpflege und in der eigenen Häuslichkeit) und bietet ein sehr breites Spektrum des Einsatzes, beispielsweise auch im Maßregelvollzug. Die enge Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern und Therapeuten ist ein weiteres Merkmal der psychiatrischen Pflege. Die besonderen Erfordernisse der psychiatrischen Pflege machen auch hier eine fachliche Spezialisierung notwendig.

Ausbildung und Studium

Der erste Schritt zur professionellen Pflegefachperson führt in der Regel über eine klassische Ausbildung in einem der drei Ausbildungsberufe der Pflege oder über ein Bachelorstudium, das oftmals dual, also mit Theorie- und Praxisanteilen aufgebaut und strukturiert ist. Bislang führen die drei pflegerischen Ausbildungsberufe, die Gesundheits- und Krankenpflege, die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie die Altenpflege zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss.

Ab 2020 wird die Ausbildung auf eine teil-generalistische Ausbildung umgestellt. Das bedeutet, dass gemeinsam ausgebildet wird. Nach dem zweiten Ausbildungsjahr teilen sich die Kurse entsprechend des gewünschten Abschlusses auf. Die Landespflegekammer fordert vehement diese gemeinsame Ausbildung auszuweiten und anschließend einen gemeinsamen Abschluss als Pflegefachmann/-frau zu vergeben.

Nur durch eine wirkliche generalistische Pflegeausbildung kann künftig adäquat auf steigende pflegerische Bedarfe in der Gesellschaft reagiert, die Attraktivität des Pflegeberufs zur Fachkräftesicherung gesteigert und die internationale Anschlussfähigkeit der deutschen Pflegeausbildung gewährleistet werden.

Weiterbildung

Allgemeine Fragen

Warum ist die Landespflegekammer jetzt für die Weiterbildung der Pflegefachkräfte zuständig?

Der Landtag Rheinland-Pfalz hat im Dezember 2014 beschlossen, die Berufsangehörigen der Gesundheits- und Kranken-, der Gesundheits- und Kinderkranken- sowie der Altenpflege über ihre beruflichen Belange selbst entscheiden zu lassen – so wie es bei den Ärzten schon seit vielen Jahrzehnten üblich ist. Dafür gibt es jetzt eine Landespflegekammer. Im neu geregelten Heilberufsgesetz (HeilBG) vom 1. Januar 2015 ist vorgesehen, dass die Landespflegekammer die Weiterbildung regelt. [§ 47 Abschnitt 2 (1) HeilBG]

Welche Weiterbildungen regelt die neue Weiterbildungsordnung?

Die neue Weiterbildungsordnung (WBO) regelt alle Weiterbildungen, die bisher die Landesverordnung geregelt hat – außer die der Pflegedienstleitungen (Umfang 3.100 U-Std.) und jene für Lehrkräfte für Gesundheitsfachberufe (Umfang 3.100 U-Std.). Diese beiden entfallen, weil sie in Rheinland-Pfalz mittlerweile durch Studiengänge ersetzt worden sind.

Aufbau und Struktur der Weiterbildungen werden nach und nach grundlegend überarbeitet. Hinzu kommt die Erarbeitung von Fachweiterbildungen für onkologische Pflege und Notfallpflege, die in Rheinland-Pfalz, anders als in anderen Bundesländern, bislang keine gesetzlich geregelten Fachweiterbildungen waren.

Zudem gibt es einige Impulse aus der Praxis für neue Fachweiterbildungen aus verschiedenen Bereichen. Die Vertreterversammlung der Landespflegekammer prüft diese und weitere Anregungen und beschließt, zu welchen Bereichen zukünftig Expertengruppen aus der Praxis gebildet werden, die die Weiterbildung neu konzipieren. Folgende Bereiche wird die Landespflegekammer zukünftig in den Fach- und Funktionsweiterbildungen regeln (Stand Legislaturperiode bis 2021):

Nr.

Expertengruppe/Rahmenvorgabe

WBO Rahmenvorgabe (geplantes Inkrafttreten)

DVO*-Regelung

1.              

Praxisanleiter

01.01.2018

Teil 8

2.              

Intensivpflege und Pflege in der Anästhesie

01.01.2019

Teil 1

3.              

Päd. Intensivpflege und Pflege in der (Kinder-) Anästhesie

01.01.2019

Teil 2

4.              

Psychiatrische Pflege

01.01.2019

Teil 5

5.              

Leitung einer Pflege- oder Funktionseinheit

01.01.2020

Teil 7

6.              

Pflege in operativen Funktionsbereichen

01.01.2020

Teil 3

7.              

Diabetesberater

01.01.2020

Teil 9

8.              

Fachpflege für Krankenhaushygiene

01.01.2021

Teil 4

9.              

Ambulante Fachpflege

01.01.2021

Teil 6

10.

Notfallpflege

N.N.

 

11.

Onkologische Pflege

N.N

 

* DVO: Landesverordnung zur Durchführung des Landesgesetzes über die Weiterbildung in den Gesundheitsfachberufen (GFBWBGDVO)

Wann kommen die Ausführungen für die verschiedenen Weiterbildungen?

Die Überarbeitung der Funktionsweiterbildung „Praxisanleiterin/ Praxisanleiter in den Pflegeberufen“ ist abgeschlossen. Nach den Übergangsregelungen kann die Weiterbildung nach altem Recht noch bis zum 31. Dezember 2018 begonnen werden. Alle Praxisanleiterweiterbildungen, die nach ab dem 1. Januar 2019 starten, sind dann nach den Rahmenvorgaben der WBO durchzuführen.

Geplant ist, dass spätestens bis zum 31. Dezember 2020 alle bisher in Rheinland-Pfalz geregelten Fach- und Funktionsweiterbildungen grundlegend überarbeitet sein werden. [§ 27 (5) WBO]

In der Übersicht zu Frage 2 sind die geplanten Termine des In-Kraft-Tretens aufgeführt.

Ist meine Weiterbildung die ich an einer Weiterbildungsstätte in Rheinland-Pfalz abgeschlossen habe weiterhin gültig?

Ja, in jedem Fall. Alle staatlich anerkannten Weiterbildungsabschlüsse, die vor dem 1. Januar 2018 in RLP erlangt wurden, behalten auch weiterhin ihre Gültigkeit (Bestandsschutz). [§ 27 (3) WBO]

Die neue Weiterbildung für Praxisanleiter umfasst jetzt 300 statt früher 200 Stunden. Müssen die bisherigen Praxisanleiter die 100 Stunden jetzt nachholen?

Nein, das müssen sie nicht. Die absolvierte Weiterbildung hat auch in diesem Fall Bestandsschutz und die Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung behält ihre Gültigkeit.

Wer finanziert die Weiterbildung? Muss ich die Kosten einer Weiterbildung selbst tragen?

Dazu trifft die Landespflegekammer keine Regelung. Arbeitgeber sollten ein Interesse daran haben, Mitarbeiter zu fördern, die sich weiterbilden möchten. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten von Freistellung für die Studientage bis zur finanziellen Förderung seitens des Arbeitgebers. Gleichzeitig gibt es auch weitere finanzielle Möglichkeiten, die unter Umständen infrage kommen (siehe hierzu auch Kammermagazin 6. Ausgabe ab Seite 98: https://www.pflegemagazin-rlp.de/auf-zu-neuen-horizonten-mit-finanziellem-rueckenwind). 

Kann ich nach Abschluss einer Weiterbildung mehr Gehalt einfordern?

Für einige Fachbereiche (etwa Intensivstationen) regelt i.d.R. ein Tarifvertrag, dass Pflegefachpersonen mit einer Fachweiterbildung mehr verdienen. Wo dies nicht geregelt ist, lohnt sich auf alle Fälle, eine Gehaltserhöhung im Gespräch mit dem Vorgesetzten anzusprechen, indem man seine Kompetenzen darlegt. Insgesamt betrachtet verdienen Pflegefachpersonen mit Weiterbildung nachweislich mehr (siehe hierzu auch Kammermagazin 6. Ausgabe ab Seite 66: https://www.pflegemagazin-rlp.de/kompetent-handeln-statt-wissen-anhaeufen).  

Gibt es die Möglichkeit, sich als Expertin oder Experte in die Überarbeitung der verschiedenen Weiterbildungen fachlich einzubringen?

Auf jeden Fall. Wer an einem bestimmten Thema in einer Expertengruppe mitarbeiten möchte, kann sich melden. Gerade jetzt, da sich weitere Expertengruppen konstituieren, ist es im Grunde ganz unkompliziert. Wer Interesse hat, schreibt eine E-Mail an: info.bildung@pflegekammer-rlp.de

Gibt es einen Unterschied zwischen Fort- und Weiterbildung?

Im alltäglichen Sprachgebrauch und auch in manchem Kursprogramm werden die beiden Bezeichnungen oft gleichbedeutend verwendet. Tatsächlich gibt es eine Gemeinsamkeit: Sie erweitern beide die berufliche Qualifikation. Der entscheidende Unterschied ist nach unserem Verständnis, dass eine absolvierte Weiterbildung das Führen der Weiterbildung in der Berufsbezeichnung erlaubt – das heißt, die Berufsbezeichnung wird erweitert.

Zum Beispiel:

  • Fach-Gesundheits- und Krankenpfleger/-in für psychiatrische Pflege,
  • Fach-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in für psychiatrische Pflege,
  • Fachaltenpfleger/-in für psychiatrische Pflege, etc.

Bei einer Fortbildung steht eine konkrete Vertiefung von bereits bestehendem Wissen im Fokus, die sich auf die derzeit ausgeübte Tätigkeit bezieht. In der Regel werden die Kosten für die Fortbildung vom Arbeitgeber getragen, der ein großes Interesse daran hat, dass sich seine Mitarbeiter auf einem pflegewissenschaftlich aktuellen Stand hält.

Wo kann ich Fortbildungspunkte beantragen?

Derzeit können in RLP noch keine Fortbildungspunkte beantragt werden, weil es noch keine Fortbildungsordnung gibt. Diese wird derzeit erstellt und tritt vermutlich Ende 2019 nach Verabschiedung durch die Vertreterversammlung und Genehmigung durch das Ministerium in Kraft.

Bisher gibt es deutschlandweit für Pflegefachpersonen die Möglichkeit, sich bei der freiwilligen Registrierungsstelle für beruflich Pflegende (RbP) in Berlin zu registrieren (http://www.regbp.de/)

Fragen zur Teilnahme an einer Weiterbildung

Ich lebe und arbeite in einem anderen Bundesland. Können nur rheinland-pfälzische Kammermitglieder an den Weiterbildungen teilnehmen?

Nein, Pflegefachpersonen aus anderen Bundesländern können an Weiterbildungen in Rheinland-Pfalz teilnehmen. Mit der Aufnahme einer von der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz (LPflK) zugelassenen Weiterbildung gelten für sie gleichermaßen die Rechte und Pflichten der Weiterbildungsordnung. [§ 1 (3) WBO]

Können andere Berufsgruppen an den Weiterbildungen teilnehmen (z.B. Physiotherapeuten, Hebammen, MTAs)?

Die Weiterbildungsordnung regelt unter § 1 (1) die Weiterbildung für Personen nach § 1 Abs. 1 Nr. 5 bis 7 HeilBG, d.h. ausschließlich für:

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen,
  • Altenpflegerinnen und Altenpfleger.

Bei den Funktionsweiterbildungen wie Praxisanleiter in den Pflegeberufen, Leitung eines Stations- oder Funktionsbereichs ist bei Fragen rund um andere Berufsgruppen die zuständige Behörde das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) oder die jeweilige Weiterbildungseinrichtung.

Kontakt:

Frau Heike Schendzielorz
Telefon: 0261 4041-216
schendzielorz.heike@lsjv.rlp.de

Frau Linda Bröder
Telefon: 0261 4041-308
broeder.linda@lsjv.rlp.de

Besteht die Möglichkeit, eine Weiterbildung auch in Teilzeit zu absolvieren?

Wenn die Weiterbildungsstätte dies anbietet, ist das möglich. Wichtig ist: Die begonnene Weiterbildung muss innerhalb von vier Jahren abgeschlossen werden. [§ 6 (7) WBO]

Wie lange sind bereits erworbene Module gültig?

Es gibt keine zeitliche Begrenzung der Gültigkeit der erworbenen Module. Die Weiterbildungsstätte kann die Teilnehmenden auffordern, ein Modul nochmals zu belegen, allerdings ohne eine Prüfung zu machen. Die Teilnehmenden können das bereits erlangte Modul auch auf eigenen Wunsch wiederholen. [§ 6 (5) WBO]

Was passiert, wenn ich ein ganzes Modul verpasse?

Für die Zulassung zur Abschlussprüfung müssen alle Module erfolgreich abgeschlossen sein. Die zehnprozentige Fehlzeit darf dabei nicht überschritten sein. [§ 11 (3) WBO]

Ist die Dauer einer Weiterbildung zeitlich begrenzt?

Wenn die Weiterbildungsstätte dies anbietet, ist das möglich. Wichtig ist: Die begonnene Weiterbildung muss innerhalb von vier Jahren abgeschlossen werden. [§ 6 (7) WBO]

Darf ich meine Weiterbildung unterbrechen?

Ja, z.B. bei Krankheit, Schwangerschaft, Elternzeit, Pflegezeit und Sonderurlaub oder andere vergleichbare wichtige Gründe. Die Fehlzeiten der Weiterbildung dürfen nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtstundenzahl betragen. Jede Weiterbildung muss spätestens innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren abgeschlossen werden. [§ 6 (6 und 7) WBO]

Fragen zur Beantragung von Urkunden und Anerkennung von Weiterbildungen

Wie beantrage ich die Urkunde über die Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung?

Für die Beantragung der Urkunde benötigt die Landespflegekammer folgende Unterlagen von Ihnen:

  • Formloser Antrag auf Ausstellung einer Urkunde mit Angabe Ihrer Mitgliedsnummer und Unterschrift
  • Kopie des Weiterbildungszeugnisses (nicht beglaubigt)

Nicht-Mitglieder die in anderen Bundesländern als Pflegefachpersonen arbeiten und in RLP eine Weiterbildung absolviert haben legen zusätzlich

  • die Kopie ihres Examenszeugnisses sowie
  • eine Arbeitgeberbescheinigung vor.

Alle anderen Berufsgruppen (z. B. Physiotherapeuten, Hebammen, MTAs) wenden sich bitte an das Referat Aus- und Weiterbildung beim Landesamt für Jugend, Soziales und Versorgung (LSJV).

Kontakt:

Frau Heike Schendzielorz
Telefon: 0261 4041-216
schendzielorz.heike@lsjv.rlp.de

Frau Linda Bröder
Telefon: 0261 4041-308
broeder.linda@lsjv.rlp.de

 

Die Übersendung der Unterlagen ist aus rechtlichen Gründen derzeit nur postalisch oder per Fax möglich!

 

Sie erhalten von uns eine Eingangsbestätigung, in der der Gebührenbescheid beiliegt. Für die Ausstellung einer Urkunde fällt eine Gebühr in Höhe von 30,- EUR an. Nach dem Zahlungseingang wird Ihnen die Urkunde postalisch zugesandt.

 

Postanschrift

Landespflegekammer Rheinland-Pfalz

Prüfungsstelle Bildung
Große Bleiche 14 - 16

55116 Mainz

Fax-Nr.:

06131-327 38 99

 

Für Rückfragen erreichen Sie die Mitarbeiter der Prüfungsstelle telefonisch unter 06131/327 38 38 oder per E-Mail unter info.bildung@pflegekammer-rlp.de

Kann ich eine Urkunde für die Weiterbildung nachträglich bei der Landespflegekammer beantragen, wenn man dies beim Landesamt versäumt hat?

Ja, die Landespflegekammer hat für alle Pflegefachpersonen die Aufgaben des Landesamts übertragen bekommen, darunter auch das Erstellen von Urkunden. Daher kann auch hier nachträglich die Urkunde mit der Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung beantragt werden, wenn die Weiterbildung an einer staatlich anerkannten Weiterbildungsstätte in Rheinland-Pfalz abgeschlossen wurde. Informationen zur Beantragung von Weiterbildungsurkunden finden Sie unter den Downloads auf der Internetseite der Landespflegekammer: http://www.pflegekammer-rlp.de/index.php/pflege-als-beruf.html#weiterbildung.

Werden Weiterbildungen anerkannt, die ich außerhalb von Rheinland-Pfalz absolviert habe?

Ja, auch in diesem Fall gilt: Sofern sie gesetzlich geregelt sind, dürfen die Weiterbildungsbezeichnungen in Rheinland-Pfalz weitergeführt werden. [§ 23 (4) WBO]

In den Bundesländern in denen es keine gesetzliche Regelung gibt, kann ein Antrag auf Einzelfallprüfung zur Prüfung der Gleichwertigkeit ausgestellt werden. Informationen zu Einzelfallprüfung im Weiterbildungsbereich finden Sie unter den Downloads auf der Internetseite der Landespflegekammer: http://www.pflegekammer-rlp.de/index.php/pflege-als-beruf.html#weiterbildung).  

Sind Weiterbildungen, die ich im Ausland absolviert habe, auch in Rheinland-Pfalz gültig?

Nicht automatisch. Wenn ein Antrag auf Anerkennung eingereicht wird, kommt es auf den Inhalt, den Umfang, die Rechtslage und die Spezialisierung an. Dazu werden Einzelfallentscheidungen getroffen. Bewertungsmaßstab ist, ob die im Ausland absolvierten Weiterbildungen als gleichwertig anerkannt werden können [§ 23 (5) WBO]. Weitere Informationen zu Einzelfallprüfung im Weiterbildungsbereich finden Sie unter den Downloads auf der Internetseite der Landespflegekammer: http://www.pflegekammer-rlp.de/index.php/pflege-als-beruf.html#weiterbildung). 

Fragen von Weiterbildungsstätten - zu Weiterbildungen und Prüfungen

Wann müssen die Weiterbildungsinstitute die Teilnehmenden der Landespflegekammer melden?

Die Teilnehmenden müssen der Landespflegekammer die Aufnahme einer Weiterbildung und das voraussichtliche Ende zur Aufnahme in das Weiterbildungsregister melden. Die Weiterbildungsstätten können diese Angaben gesammelt an die Landespflegekammer übermitteln.

[§ 7 WBO]

Spätestens bei der Zulassung zur Prüfung müssen die Weiterbildungsstätten die Daten übermitteln.

[§ 13 (2) a WBO].

Muss die Anerkennung von Vorleistungen vor Beginn der Weiterbildung erfolgen? Wie lange dauert die Anerkennung von Vorleistungen?

Ja, die Teilnehmenden beantragen vor Aufnahme der Weiterbildung bei der Weiterbildungsstätte die Prüfung der Vorleistungen, die Weiterbildungsstätte erstellt einen Vorschlag wie diese Vorleistungen anerkannt werden könnten, die Landespflegekammer erteilt die Anerkennung der Vorleistung. [§ 7 (3) WBO]

Fristen zur Bearbeitung der Anerkennung sind nicht hinterlegt. Die Bearbeitungsdauer richtet sich nach Umfang und Inhalt der Vorleistungen. Die Landespflegekammer wird sich um rasche Bearbeitung bemühen, von einem Bearbeitungszeitraum von etwa vier Wochen muss derzeit ausgegangen werden.

Wer lässt die Teilnehmer einer Weiterbildung zu?

Die Weiterbildungsstätten prüfen durch ihre Teilnahmebedingungen, ob die Interessenten die Voraussetzungen der Weiterbildung erfüllen. Beim Antrag auf Zulassung zur Prüfung sind diese sowie das Vorliegen aller erforderlichen Unterlagen zu bescheinigen. [§ 13 (2) a WBO]

Müssen die Modulprüfungen zu jedem einzelnen Teilnehmer gemeldet werden?

Ja, die Ergebnisse können beim Antrag auf Zulassung zur Prüfung gebündelt bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. Aus diesen Noten wird die Vornote errechnet, die zu 50 Prozent in die Gesamtnote einfließt. [§ 13 (2) a in V. m. § 15 (9) WBO]

Zählen die Prüfungszeiten zu den Unterrichtszeiten?

Bis auf die schriftlichen Ausarbeitungen (Hausarbeit, Erstellung einer Präsentation, schriftliche Abschlussarbeit) zählen die Modul- und Abschlussprüfungen als Präsenzzeit. Die schriftlichen Ausarbeitungen werden zu der Selbstlernzeit gerechnet. Näheres regeln die Rahmenvorgaben der einzelnen Weiterbildungen.

Wer kann die Aufgabe des Prüfungsausschussvorsitzes übernehmen?

Die Landespflegekammer beauftragt eine Person, den Ausschussvorsitz zu übernehmen. Diese Person wird i.d.R. aus der Gruppe der „befugten Personen“ nach WBO § 2 (1) ausgewählt. [§ 12 (3) a WBO]

Kann die Prüfungsausschussvorsitzende in der Prüfung Fragen stellen?

Ja. [§ 12 (4) WBO]

Fragen von Weiterbildungsstätten - zur Zulassung als Weiterbildungsstätte

Welchen Stellenumfang muss die Leiterin der Weiterbildungsstätte haben? Reicht eine Teilzeittätigkeit?

Der Stellenumfang ist nicht geregelt, es muss sich um ein hauptberufliches Beschäftigungsverhältnis handeln. [§ 8 (4) a WBO]

Wenn eine Weiterbildungsstätte bereits nach AZAV akkreditiert ist, muss sie bei der Antragstellung zur Zulassung als Weiterbildungsstätte bei der Landespflegekammer alle in den Zulassungskriterien genannten Unterlagen einreichen?

Wenn eine Weiterbildungsstätte ein AZAV Zertifikat besitzt, kann dieses in Kopie den Antragsunterlagen beigelegt werden. In der Checkliste zur Zulassung einer Weiterbildungsstätte (Stand 02/18) sind die nicht erforderlichen Unterlagen angegeben.

Sobald das AZAV-Zertifikat seine Gültigkeit verliert und nicht erneuert wird, müssen diese Unterlagen unverzüglich nachgereicht werden.

Bei Vorliegen eines neuen Zertifikats muss dieses unverzüglich nachgereicht werden.

Wie ist zu verfahren, wenn eine Weiterbildungsstätte Kooperationen mit Weiterbildungsstätten außerhalb von RLP unterhält? Muss die außerhalb von RLP gelegene Weiterbildungsstätte eine Zulassung beantragen bzw. eine Zulassung der Weiterbildung?

Nein. Die Weiterbildungsstätte in Rheinland-Pfalz muss eine Zulassung für sich als Weiterbildungsstätte und für die angebotene Weiterbildung beantragen. Die kooperierende Weiterbildungsstätte muss jedoch in dem anderen Bundesland zugelassen bzw. anerkannt sein. Die rheinland-pfälzische Weiterbildungsstätte trägt die Verantwortung für die vom Kooperationspartner durchgeführte Weiterbildung bzw. Weiterbildungsteile.

[§ 2 (9) WBO]

Fragen von Weiterbildungsstätten - zur Zulassung von Weiterbildungen

Was genau heißt es, dass die Leiterin einer Weiterbildung zum Führen der entsprechenden Weiterbildungsbezeichnung berechtigt ist?

Die Leiterin der Weiterbildung muss die Weiterbildung selbst abgeschlossen haben. Ein höherwertiger Abschluss kann anerkannt werden. Als höherwertig kann z.B. ein Studienabschluss „Pflegemanagement“ bei der Weiterbildung „Leitung einer Einheit“ gelten. [§ 8 (4) d WBO]

Muss eine Weiterbildungsstätte die Weiterbildungen parallel anbietet, für jede Kohorte unterschiedlich hauptamtlich beschäftige Leitungen haben oder darf eine Weiterbildungsleitung auch für zwei Kohorten verantwortlich sein?

Nein, es darf auch eine befugte Person, die hauptamtlich ist, die Leitungsposition von mehr als einer Weiterbildung innehaben. [2.4.1 Zulassungskriterien]

 

Welche Personen sind „ fachlich geeignet“ nach § 8 Absatz 4 C. der Weiterbildungsordnung?

Wer als fachlich geeignet gilt, entscheidet die Weiterbildungsstätte. [§ 8 (4) c WBO]

Muss die Durchführung von Weiterbildungen von der Weiterbildungsstätte für jeden einzelnen angebotenen Weiterbildungskurs beantragt werden oder reicht eine einmalige Beantragung?

Grundsätzlich reicht eine einmalige Beantragung. Sobald sich wesentliche Änderungen ergeben, sind diese der Landespflegekammer unverzüglich anzuzeigen und genehmigen zu lassen.
Wesentliche Änderungen sind solche, die die Standtorte der Weiterbildungsstätte, Personalwechsel auf Leitungsebene der Weiterbildungsstätte und der jeweiligen Weiterbildungen, sowie die Kooperationspartner zwischen Weiterbildungsstätten betreffen.

[§ 8 (8) WBO i.V.m. Punkt 3 der Zulassungskriterien]

Existenzgründung

Starten Sie durch mit der Pflege

Das Thema Freiberuflichkeit in der Pflege wird zunehmend wichtiger und häufig angefragt. Die manchmal schwierigen Arbeitsbedingungen in der Pflege und die vielen möglichen Betätigungsfelder für freiberuflich Pflegende lassen eine wachsende Zahl von Mitgliedern darüber nachdenken, ihr eigener „Chef“ zu werden. Sie können zum Beispiel einen ambulanten Pflegedienst oder eine Tagespflegeeinrichtung gründen. Aber auch die Gruppe unternehmerisch tätiger Einzelpersonen wird stetig größer.

Der Schritt in die Freiberuflichkeit ist ein großer, der umfangreiche Informationen zu gesetzlichen haftungsrechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfordert.

Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter!

100 % MEINE LEIDENSCHAFT

Als Thailänder bin ich in einer Kultur groß geworden, die mit Menschen achtsam umgeht, geduldig ist und in der Dienstleistungen eine wichtige Rolle spielen. Wenn ich nach dem Dienst nach Hause komme habe ich gerne das Gefühl, die Menschen, denen ich pflegerisch helfen konnte fühlen sich wohl. Als junger Pflegender ist eine Dienstplangestaltung, die mir auch eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, wie das Engagement in Vereinen oder das Treffen mit Freunden ermöglicht unerlässlich. Für mich ein entscheidendes Kriterium im Umgang mit dem Personalnotstand.

– Kittipong Promragsa.

100 % IM LEBEN

Seit 1998 arbeite ich im Krankenhaus als Krankenschwester und weiß, dass die derzeitigen betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, mit den daraus resultierenden Konditionen im pflegerischen Arbeitsverhältnis, wenige Menschen motiviert, den Pflegeberuf erlernen zu wollen bzw. die Verweildauer der Arbeitnehmer in der Pflege fördert. Ich hoffe auf starke Pflegekammern und damit einhergehende einsichtige gesundheitspolitische Entscheidungen, die verbesserte Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und die Attraktivität des Pflegeberufes schaffen.

– Kerstin Gartig.

100 % DABEI

Kinder und Jugendliche in gesundheitlich schwierigen Passagen ihres Lebens zu begleiten, fasziniert mich auch nach vielen Jahren der Berufstätigkeit täglich aufs Neue. Die Begleitung meiner Enkeltochter in ihren ersten Lebensjahren ist für mich Erholung und Bereicherung in einem.

– Christa Wollstädter.

100 % VOLLGAS

Eine gute und verbesserte Kooperation zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen halte ich für unerlässlich. Mein berufliches Interesse gilt der Arbeit mit Menschen und ihrer Geschichte. Eine gute und verbesserte Kooperation zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen wirkt sich auch auf den mir wichtigen medizinischen Aspekt meiner Arbeit aus. Hiervon in meiner Freizeit abzuschalten gelingt mir am besten bei voller Konzentration auf anspruchsvolle Mountainbike-Touren.

– Markus Maus.

Ihr Kontakt

Geschäftsstelle der Landespflegekammer
Rheinland-Pfalz (KdöR)
Große Bleiche 14-16
55116 Mainz

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09:00 bis 17:00 Uhr
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06131.32 73 80, erreichbar von 08:00 bis 17:00 Uhr
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