Beschäftigte der Altenpflege besonders stark von psychischen Erkrankungen betroffen

Mainz, 05.12.2019

Ergebnisse des BKK-Gesundheitsreports 2019 vorgestellt – Personalnotstand nur durch bedarfsgerechte Messinstrumente zu überwinden

„Die jahrzehntelangen Versäumnisse in der Pflegepolitik zeigen immer deutlichere Spuren: Dem Gesundheitsreport der Betriebskrankenkassen (BKK) ist zu entnehmen, dass Beschäftigte in der Altenpflege im Vergleich zu allen anderen Berufsgruppen am häufigsten aufgrund psychischer Erkrankungen ausfallen. Damit tragen sie die Hauptlast der desolaten Fachkräftesituation. Dieser traurige Trend wird sich fortsetzen, wenn nicht endlich die richtigen politischen Maßnahmen zur Entlastung der beruflich Pflegenden durchgesetzt werden. Schon jetzt ist mit einer massiven Gefährdung der gesamten Pflegeversorgung zu rechnen. In einem ersten Schritt wäre es erforderlich, dass die Langzeitpflege von Seiten der Gesetzgebung endlich so gestaltet wird, wie es für die Krankenhausversorgung vorgesehen ist. Dafür müssten Kosten für wesentlich mehr als die 13.000 versprochenen Stellen für Pflegefachkräfte komplett von der Versichertengemeinschaft oder aus Steuermitteln übernommen werden. Die bürokratischen Hürden sind hierbei zu überwinden. Alternativ müsste man der Öffentlichkeit deutlich sagen, dass eine adäquate Versorgung mit professioneller Pflege nicht mehr möglich ist“, sagt Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Laut dem Gesundheitsreport der BKK kommen Beschäftigte in der Altenpflege durchschnittlich auf 5,8 Fehltage wegen psychischer Störungen. Der Durchschnitt aller Beschäftigten liegt bei 2,9. In dem Report heißt es, dass die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen vor allem von den Arbeitsbedingungen abhängen. Daher kommen Arbeitnehmer im Gesundheits-, Erziehungs- und Sicherheitswesen auf besonders viele psychisch bedinge Krankheitstage.

„Bereits im Juni hat der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse offengelegt, dass besonders viele Fehltage auf das Konto von Pflegefachpersonen gehen. Seitdem hat sich leider nicht viel getan, die Bürokratisierung des Pflegeberufs und der Personalnotstand sorgen für mehr statt für weniger Belastung. Die derzeit wirksamen Personalbemessungsinstrumente müssen durch neue ersetzt werden, die sich konkret am individuellen Versorgungsbedarf orientieren. Diese und weitere Maßnahmen sind schnellstmöglich umzusetzen, sonst werden die immer länger werdenden Fehlzeiten der Pflegefachpersonen zu einem Super-GAU im Gesundheits- und Pflegewesen führen“, so Mai.

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