Die berufliche Pflege in Schleswig-Holstein benötigt mehr Rückendeckung

Mainz, 19.12.2019

Anschubfinanzierung von drei Millionen Euro kann genutzt werden – Geplanter Einstellungsstopp legt Funktionsfähigkeit der Pflegeberufekammer lahm

„Die berufliche Pflege in Schleswig-Holstein steht an einem Scheideweg. Durch den Beschluss zur Urabstimmung und der mit ihr verbundenen Umsetzung eines Einstellungsstopps wird das Konzept der autonomen berufsständischen Selbstverwaltung in Frage gestellt. Wir hätten uns politische Maßnahmen gewünscht, die in dieser so wichtigen Zeit für die professionelle Pflege unseren Kolleginnen und Kollegen in Schleswig-Holstein den Rücken freihalten. Die Förderung der Unabhängigkeit durch eine Anschubfinanzierung sowie die Stärkung einer gemeinsamen Stimme für den Pflegeberuf sind dringend von Nöten. Zu guter Letzt wird mit der Schwächung des Pflegeberufes auch eine Gefährdung der pflegerischen Versorgung in Kauf genommen“, sagt Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Die beschlossene Anschubfinanzierung in Höhe von drei Millionen Euro soll im nächsten Jahr dazu führen, dass die Beitragsfinanzierung der Pflegeberufekammer in Schleswig-Holstein ausgesetzt wird. Weiterhin wurde ein Einstellungsstopp proklamiert, der bis zur bevorstehenden Urabstimmung im ersten Quartal des Jahres 2021 gelten soll. Mit dieser sollen die Befragten über den Bestand der Pflegeberufekammer entscheiden.

„Im kommenden Jahr tritt das neue Pflegeberufegesetz in Kraft, welches selbstverständlich eine Vielzahl an Fragen und Unsicherheiten bei den beruflich Pflegenden mit sich bringen wird. Dieser hohe Beratungs- und Informationsbedarf kann und sollte nur von einer berufsständischen Selbstverwaltung der Pflege abgedeckt werden. Eine Anschubfinanzierung von drei Millionen Euro wird nur dazu führen, dass der Unmut bei der Berufsgruppe steigt und der Einfluss pflegegefährdender Lobbygruppen größer wird. Umso wichtiger ist es nun, dass wir noch stärker mit Berufsverbänden und anderen Partnern kooperieren. Nur so können wir sicherstellen, dass die Betroffenen ihren Platz am Tisch nicht endgültig verlieren und auch in Zukunft nicht über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Wir werden im Rahmen der länderübergreifenden Zusammenarbeit der Bundespflegekammer zusammenstehen“, so Mai.

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