Lockerungen über Festtage sind kein Freifahrtschein

Mainz, 25.11.2020

Bundeskanzlerin Merkel berät weiteres Vorgehen mit Länderchefs – Solidarisches Handeln wichtiger denn je

„Eine Lockerung des Kontaktverbots über die Festtage wäre menschlich betrachtet sicher nachvollziehbar, darf aber keineswegs dazu führen, dass wir uns in falscher Sicherheit wiegen und die Gesamtsituation unterschätzen. Die weiterhin hohe Infektionsrate und die steigenden Todeszahlen sind der eindeutige Beleg dafür, dass uns noch eine schwierige Zeit bevorsteht. Dabei müssen wir vor allem an die systemrelevanten Sektoren denken. Immer mehr Kliniken und Pflegeeinrichtungen geraten an ihre Belastungsgrenzen. Wem das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zuwider ist, der soll sich bitte in die Lage einer Pflegefachperson versetzen, die jeden Tag an vorderster Front für die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung kämpft. Aus Sicht der Landespflegekammer gefährden Maskenverweigerer und sogenannte Corona-Leugner die gesundheitliche Versorgung in der Gesellschaft und zudem noch das gesundheitliche Wohlergehen unserer Berufsgruppe. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass unser Gesundheitswesen in den nächsten Wochen keine irreversiblen Schäden davonträgt. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass die Schutzmaßnahmen konsequent eingehalten und Kontakte stark reduziert werden. Keiner kann ernsthaft wollen, dass der Teil-Lockdown direkt nach den Feiertagen verlängert und eventuell sogar verschärft wird“, so Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Heute beraten die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über weitere Maßnahmen. Eine Verlängerung des Teil-Lockdowns gilt als sicher. Der Beschlussvorlage der Länder zufolge ist eine Verlängerung bis zum 20. Dezember geplant, sie sieht eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen und auch Regeln für die Weihnachtstage sowie Silvester vor. Bis kurz vor Weihnachten sollen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen, Kinder bis 14 Jahre sollen davon ausgenommen bleiben. Bisher liegt die Obergrenze bei zehn Menschen.

„In der Debatte rund um freie Intensivbetten hat sich gezeigt, dass wir leider noch viel zu oft die falschen Schlüsse ziehen. Es sind schließlich nicht die Betten, die sich um die Patienten kümmern. Der Mangel an Pflegefachpersonen auf den Stationen und in den Heimen wird nun immer deutlicher. Jede Initiative ist daher wünschenswert, um zumindest kurzfristig für eine Entlastung des Pflegepersonals zu sorgen. Als Landespflegekammer freuen wir uns daher weiterhin über jeden freiwilligen Helfer, der sich unserem Pflegepool anschließt. Wenn ich an Weihnachten denke, dann fällt mir sofort die Familie und die Nächstenliebe ein. Lassen sie uns also vor allem in den nächsten Wochen dafür sorgen, dass wir und unsere Mitmenschen gut durch diese so schwierige Zeit kommen“, appelliert Mai. 

 

 

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