Spürbare Entlastungen für Pflegende müssen jetzt umgesetzt werden

Mainz, 29.11.2018

Forderungen nach Steuerentlastungen, die erste Lesung der Berufsordnung und zwei neue Weiterbildungen – Die Themen der 14. Vertreterversammlung

„Durch die Verabschiedung des Pflegepersonalstärkungsgesetzes können wir künftig auf bessere Rahmenbedingungen in der Pflege hoffen. Insbesondere die Refinanzierung neuer Stellen im stationären Bereich werden einen erheblichen Einfluss haben. Jedoch müssen jetzt aber auch weitere Anreize geschaffen werden – die schnell für jeden beruflich Pflegenden spürbar sind – damit wieder mehr Menschen den Beruf ergreifen und vor allem den Beruf nicht verlassen. Ich plädiere daher für einen eigenen Steuerfreibetrag für alle Beschäftigte in der Pflege! Denn eins ist auch klar: Bis sich die Gewerkschaften und Arbeitsnehmervertreter mit ihrem – von uns unterstützten Ziel der flächendeckenden Tariflöhne – durchsetzen, wird voraussichtlich zu viel Zeit vergehen und spürbare finanzielle Lösungen werden eben jetzt benötigt“, so Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz. Alternativ könne man auch eine Steuerbefreiung für alle ungünstige Zeiten außerhalb des Korridors von 06.00 bis 18.00 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen gewähren um die umfassende Versorgung auch zukünftig sicherstellen zu können.

Im Rahmen der 14. Vertreterversammlung in Vallendar sprach Mai gestern in seiner Eröffnungsrede zudem über die von der Landespflegekammer geplante Berufsordnung für professionell Pflegende in Rheinland-Pfalz. Diese soll die Aufgabenfelder und Kompetenzbereiche in der Pflege klar definieren und im kommenden Jahr verabschiedet werden. „Mit der von uns konzipierten Berufsordnung schaffen wir endlich einen verbindlichen Rahmen, der die Aufgaben und Pflichten in der Pflege festlegt, sodass sich jede Pflegefachperson in Rheinland-Pfalz auf diese berufen kann. Die Berufsordnung schafft auch ein Bewusstsein dafür, welchen Radius die Pflege überhaupt abdeckt. Es kann nicht angehen, dass Pflegende teilweise zu Aufgaben gezwungen werden, die mit ihrem Berufsbild absolut nicht kompatibel sind während andere wichtige Aufgaben auf der Strecke bleiben. Mit der Berufsordnung wollen wir in Zukunft genau das verhindern“, so Mai weiter.

Auch im Bereich der Weiterbildungen, für die die Kammer seit Januar dieses Jahres zuständig ist, gibt es Neuerungen. Die Vertreterinnen und Vertreter verabschiedeten die Rahmenvorgaben für die Fachweiterbildungen „Intensivpflege und Pflege in der Anästhesie“ und „Neonatologische und Pädiatrische Intensivpflege“. Diese wurden von Expertinnen und Experten aus der Pflegepraxis, -pädagogik und -wissenschaft entwickelt und werden ab dem kommenden Jahr diese Fachweiterbildungen im Land regeln. „Ich freue mich, dass nun im Bereich der klinischen Intensivpflege zwei Fachweiterbildungen auf dem Weg gebracht werden, in denen nicht nur aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelt, sondern auch die Theorie- und Praxisorientierung großgeschrieben wird“, sagte Mai.

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