Verschärfte Corona-Maßnahmen elementar für Versorgungssicherheit

Mainz, 10.11.2021

Hohe Inzidenzwerte erfordern konsequentes und gemeinsames Handeln

„Wir sehen als Vorstand mit großer Sorge auf die erneut steigenden Inzidenzwerte und die damit einhergehende steigende Inanspruchnahme von Krankenhaus- und Intensivbetten. Der Herbst und Winter stellen uns in diesem Jahr erneut vor große Herausforderungen und werden die pflegerische Versorgung in allen Settings einem weiteren Stresstest unterziehen. Als kritisch betrachten wir neben den Kündigungen auch die starke Zunahme an teilweise langandauernden Krankheitsausfällen seitens der Pflegefachpersonen. Ein Symptom, das nicht unterschätzt werden darf, wenn man die pflegerische Versorgung dauerhaft sicherstellen möchte. Die verbleibenden Pflegefachpersonen reichen hierfür nicht aus, da sie schon vor dieser Notlage tagtäglich an ihre Belastungsgrenze gestoßen sind“, sagt Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

Die aktuellen Fallzahlen zum Coronavirus in Rheinland-Pfalz und die Leitindikatoren für die Warnstufen verdeutlichen diesen Standpunkt: Seit dem 8.11.2021 gibt es in Rheinland-Pfalz laut Landesuntersuchungsamt 1.334 bestätigte Corona-Fälle, 8 weitere Personen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben. Die landesweite 7-Tages-Inzidenz (+USAF) steigt auf 153,6 pro 100.000 Einwohner (Vortag: 139,2). Die landesweite 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz steigt auf 3,9 pro 100.000 Einwohner (Vortag: 3,4). 5,31 Prozent der Intensivbetten in Rheinland-Pfalz sind mit COVID-19-Erkrankten belegt (Vortag: 5,44).

„Von politischer Seite brauchen wir dringend klare Regelungen zur Testpflicht in allen Bereichen des Gesundheitswesens sowie die Berechtigung, den Impfstatus zu erheben. Derzeit ist zum Beispiel völlig unklar, wie es bezüglich der Testpflicht in der ambulanten Versorgung aussieht. Tägliche Testungen sind aus unserer Sicht in allen Bereichen notwendig und müssen entsprechend geregelt und vor allem refinanziert werden. Daneben ist die Politik aufgefordert, die sehr freizügig gestalteten Regelungen bezüglich der Maskenpflicht insbesondere bei Veranstaltungen in Räumen noch einmal dringend zu überdenken. Die erlaubte Nichtnutzung von Masken trägt zu erheblicher Sorglosigkeit in Veranstaltungen bei und ist somit ein nicht zu unterschätzender Infektionstreiber auch bei geimpften Personen. Die vorgegebenen Regelungen sollten zumindest nachhaltig durch öffentliche Stellen kontrolliert werden, wenn wir einen Katastrophenwinter in der Gesundheitsversorgung vermeiden wollen“, sagt Mai.

„Die Impfbereitschaft der Beschäftigten im Gesundheitswesen ist nach wie vor als vergleichsweise hoch zu bezeichnen. Sie ist insbesondere von einer umfassenden Aufklärung und Information abhängig sowie von einem barrierefreien Zugang zu Impfangeboten. Hier spielen vor allem die mobilen Impfteams eine wesentliche Rolle. Der weitere Ausbau dieser Angebote stellt in Verbindung mit der individuellen, professionellen Verantwortung der Pflegefachpersonen und mit täglichen Testungen eine Grundlage dar, um einer erneuten Corona-Welle entgegen zu treten. Die vom Land zur Verfügung gestellten Impfangebote durch mobile Teams sollten von den Einrichtungen dementsprechend auch genutzt werden. Pflegefachpersonen haben dann die Möglichkeit, diese Impfangebote sowohl zur Grundimmunisierung als auch zum Boostern in den jeweiligen Einrichtungen zu nutzen, um nicht unter Termindruck stehende niedergelassene Ärzte aufsuchen zu müssen“, so Mai weiter.

 

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