Zögern der Politik gefährdet pflegerische Versorgung

Mainz, 25.1.2022

Corona-Gipfel bringt keine sehenswerten Ergebnisse hervor - Pflegende sind enttäuscht und in Sorge

Trotz der stark gestiegenen Infektionszahlen wollen Bund und Länder ihren gegenwärtigen Maßnahmenkatalog beibehalten. Darauf verständigten sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz auf dem gestrigen Corona-Gipfel. Entsprechend bleiben die geltenden Regeln bestehen, weder Verschärfungen noch Lockerungen wurden beschlossen. Die Priorisierung von vulnerablen Gruppen bei PCR-Tests als auch die Erhebung der Impfquote in Alten- und Pflegeheimen bleiben die einzigen Änderungen im Bereich der beruflichen Pflege. Dazu Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz:

„Die Infektionszahlen steigen weiter an und ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht. Daher ist das zaghafte Verhalten der Bundesregierung unverständlich. Es wäre genau jetzt an der Zeit, weitere Schutzmaßnahmen zu beschließen. Wir sehen eindeutig, dass sich die Situation nicht wirklich verbessert. Ganz im Gegenteil: Neue Virusvarianten stellen weiterhin eine große Herausforderung für unser Gesundheitssystem dar. Ein weiteres Zögern verschärft diese Situation nur und führt zu einer Mehrbelastung in Krankenhäusern und Altenheimen. Schon jetzt brechen sehr viele Mitarbeitende dort aufgrund eigener Ansteckungen oder durch ihre Zeit in Quarantäne weg. Wenn es so weitergeht, dann müssen wir früher oder später auch bei Pflegeversorgungsfragen mit einem Triage-System rechnen, das weit über die Krankenhausversorgung hinausgeht. Nicht nur das Berücksichtigen der derzeit geltenden Schutzmaßnahmen ist somit erforderlich. Viel eher bedarf es weiterer Maßnahmen der Kontaktreduktion, um den starken Anstieg wieder einzudämmen.“

„Auch beim Thema Impfen fehlt uns ein souveränes und geschlossenes Auftreten der Politik. Wenn zunächst eine Impfpflicht abgelehnt wird, um diese dann doch für spezielle Bereiche zu verabschieden und im Anschluss für eine allgemeine Impfpflicht zu plädieren, sorgt dies selbstverständlich für Verwirrung innerhalb der Bevölkerung. Daher ist es zwingend erforderlich, die Debatte um die Impfpflicht mit einer endgültigen Entscheidung zu beenden. Da Informations- und Aufklärungskampagnen allein nicht zum gewünschten Ergebnis geführt haben, müssen wir jetzt schnell und konsequent über weitere Schritte nachdenken. Von der neuen Bundesregierung hätten wir gerade bei dieser Frage mehr Konsequenz erwartet. Die Bevölkerung rufen wir dagegen auf, die geltenden Schutzmaßnahmen weiterhin im Alltag umzusetzen. Das sind wir jedem Pflegeempfänger und jeder Pflegefachperson schuldig, die tagtäglich bedürftige Menschen in Altenheimen und Krankenhäusern versorgt!“, so Mai.

 

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